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INFORMATION

ÜBER

DAS LAND

Namibia ist ein Land mit vielen verschiedenen Facetten. Von rostfarbenen Dünen und weiten Ebenen bis zu rauen Wellen und grünen Oasen finden Sie hier alles. Auch ist Namibia ein Land mit einer turbulenten Geschichte, die zu der heutigen kulturellen Vielfalt geführt hat. Lernen Sie Namibia kennen.

GEOGRAPHISCHE INFORMATION

Namibia ist mit einer Fläche von 824.000 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie Deutschland und dreimal so groß wie Großbritannien. Das Land liegt südlich des Äquators und grenzt im Norden an Angola und Sambia, im Osten an Botswana und Simbabwe und im Süden und Südosten an Südafrika.

 

Die Landschaft ist vielseitig und von mehreren charakteristischen Regionen geprägt. Eine ausgedehnte Küstenwüste, die Namib, erstreckt sich von Norden nach Süden über eine Länge von 1.500 Kilometern. Es ist die älteste Wüste der Welt. Ihre lebensfeindlichen Bedingungen und das raue Klima waren einst der Grund dafür, dass das Inland Namibias lange von Entdeckern unerforscht blieb.

Der kalte, nährstoffreiche Benguela Strom, der von der Antarktis kommt, trägt maßgeblich zu dem trockenen Klima des Landes bei. Der kalte Strom führt zu einem Hochdruckgebiet und verhindert Regenfälle in Küstennähe. Namibier sprechen jedoch von einer „lebenden Wüste“, da sich Flora und Fauna ausgezeichnet an diese Bedingungen angepasst haben. So nutzen sie den Nebel, der fast täglich an der Küste entsteht, als Wasserquelle.

Eindrucksvolle Beispiele dieser Anpassung sind die Welwitschia, eine uralte Pflanze mit riesigen Blättern, die mit diesen die Feuchtigkeit aus der Luft absorbiert sowie der Tok Tokkie Käfer, der im Handstand auf seinen harten Flügeln Nebeltröpfchen als Trinkwasser sammelt. Die Namib Wüste besitzt auch eines der reichsten Diamantenvorkommen der Erde und seine Diamanten gelten als die wertvollsten weltweit.

DIE GROSSE RANDSTUFE

Östlich der Namib liegt die Große Randstufe, eine Kette von steilen Gebirgszügen im südlichen Afrika, die sich bis zu 2.000 Meter hoch erhebt. Sie grenzt das Binnenhochland von den Küstenebenen des Atlantischen und Indischen Ozeans U-förmig ab. In Südafrika sind die Drakensberge ein bekannter Teil dieser Randstufe. In Namibia sind es das Khomas Hochland, der Gamsberg, das Naukluft Gebirge und das Tiras Gebirge.

 

An der Ostseite der Großen Randstufe befindet sich das Zentrale Binnenhochland, das den größten Teil Namibias ausmacht und die gesamte mittlere Fläche des Landes bedeckt. Die Stadt Windhoek liegt hier auf etwa 1.700 Metern Höhe. Östlich des Hochlands liegt die Kalahari. Diese ist zwar technisch gesehen eine Wüste, erhält jedoch Feuchtigkeit aus unterirdischen Wasservorräten und ist daher mit Akazienbäumen bewachsen.

 

Wie in den meisten Teilen Namibias sind diese unterirdische Wasservorkommen durch Trockenflüsse, die nur in guten Regenjahren Wasser führen, entstanden. Sowohl Menschen als auch Tiere nutzen diese Wasserreserven, indem sie im trockenen Flussbett nach Wasser graben.

DER CAPRIVI-STREIFEN

Die Sambesi Region, besser bekannt als der Caprivi-Streifen, bildet einen starken Kontrast zum Rest des Landes, vor allem durch seine üppig Vegetation entlang der Ufer des Kavango-Flusses, der von Angola bis zum Okavango-Delta in Botswana fließt.

 

Der ganzjährig fließende Fluss wird auch als „Lebensblut” der Region bezeichnet. Hier befinden sich Tiere, die nirgendwo anders in Namibia (natürlich) vorkommen, wie z.B. Krokodile, Flusspferde, Moor- und Säbelantilopen.

MENSCHEN IN NAMIBIA

Namibia hat eine Bevölkerung von 2,5 Millionen (Volkszählung 2017) und ist Afrikas am wenigsten bevölkertes Land. Die Bevölkerung besteht aus einer Verschiedenheit ethnischer Gruppen. Heute leben mindestens zwölf verschiedene Volksgruppen in Namibia mit unterschiedlichen Sprachen.

 

Die ersten Einwohner Namibias waren die San, ein Stamm von Khoisan Jägern und Sammlern, die mindestens so lange in Namibia leben, wie der moderne Kalender existiert. Eine kleine Anzahl der San, auch Buschmänner genannt, lebt noch immer als Nomaden im Osten Namibias.

Der Oranje Fluss im Süden wurde die Heimat der Nama (oder Khoikhoi), ein ehemaliges Hirtenvolk, das heute im gesamten Süden Namibias lebt. Der Volksstamm der Baster lebt hauptsächlich in und um Rehoboth. Sie stammen ursprünglich aus Verbindungen zwischen weißen Afrikaanern und Khoisan Frauen, die früher in der niederländischen Kapkolonie lebten. Sie sprechen hauptsächlich Afrikaans.

Die Herero bewohnen vorwiegend Zentralnamibia. Die weit ausladende Kleidung der Frauen erinnert an die viktorianische Mode mit ihren vielen Unterröcken und geht auf den Einfluss der Missionare zurück, die die damals zeitgenössische, europäische Mode einführten. Sie tragen weiterhin eine Kopfbedeckung, die die Hörner der Rinder symbolisieren soll. Die abgelegenen Gebiete des Landes werden von den Himba und Damara bewohnt.

Die Himba distanzierten sich einst von den Herero, denn sie wollten ihren traditionellen Lebensstil weiterführen, während die anderen Herero nach Süden zogen und ihre traditionelle Lebensweise zum Teil aufgaben.

 

Die größte ethnische Gruppe in Namibia sind die Ovambo aus der Familie der Bantu; sie leben im Norden Namibias und ihre Wurzeln reichen bis nach Angola. Die Kavango, die in den beiden Kavango-Regionen leben, gehören ebenfalls zu den Bantu. Aufgrund ihres ländlichen Lebensstils ließen sie sich in dieser Region wegen ihrer fruchtbaren Böden nieder.

 

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es in Namibia auch eine kleine Anzahl Deutscher sowie Afrikaaner, Nachkommen der Holländer aus Südafrika. Trotz ihrer geringen Zahl prägten die Deutschen zu Beginn der Kolonialisierung (1884) die Architektur der Städte. In der Küstenstadt Swakopmund und in Windhoek gibt es noch viele alte Gebäude im „deutschen Stil”.

HIMBA

Die Himba haben nach wie vor einen traditionellen, nomadischen Lebensstil, bei dem sich alles um ihre Rinder dreht. Sie sind Statussymbol, Nahrung und haben Bedeutung als Mitgift. Die moderne Zeit scheint ihre Traditionen wenig zu verändern, aber auch die Himba können sich der Neuzeit nicht völlig entziehen: Bildung, verbesserter Transport zu den Stadtzentren und auch der Tourismus haben dazu geführt, dass einige Himba inzwischen das traditionelle ländliche Leben aufgegeben haben.

AHNENKULT

Die Mehrheit der namibischen Bevölkerung ist christlich. Viele Volksgruppen verbinden jedoch ihren christlichen Glauben mit ihren traditionellen Bräuchen, die vom Ahnenkult und den Glauben an die Heilkraft von Medizinmännern geprägt ist, vor allem in den ländlichen Gebieten.

 

Die Landessprache in Namibia ist Englisch, obwohl auch Afrikaans, eine aus dem Holländischen entstandene afrikanische Sprache, weit verbreitet ist. Zu den einheimischen Sprachen zählen Bantusprachen sowie die Khoisansprachen, die man an ihren Schnalzlauten erkennt.

GESCHICHTE NAMIBIAS

Vor der Ankunft europäischer Jäger, Forscher, Missionare und Kolonialisten war Namibia ein in Europa relativ unbekanntes Land. Die Geschichte der Einheimischen wurde über Generationen hinweg fast nur mündlich weitergegeben. Die Felsmalereien und -gravierungen der Ureinwohner, wie zum Beispiel in Twyfelfontein, und die Überreste temporärer Siedlungen in Form von Steinkreisen sind daher wichtige Informationsquellen über die Zeit vor der Ankunft der Europäer.

Die ersten Europäer, die das heutige Namibia im 15. Jahrhundert erreichten, waren portugiesische Seefahrer, die einen Handelsweg nach Indien suchten. Sie landeten unter anderem am heutigen Cape Cross, doch das Landesinnere blieb lange weiterhin unerforscht, da die wasserlose Namib Seeleute davor abschreckte, das Inland zu erkunden. Diejenigen, die es dennoch wagten, bezahlten dies oft mit ihrem Leben. Daher auch der Name „Skelettküste“.

 

Erst im 19. Jahrhundert kamen mehr Europäer im damaligen Südwestafrika an. Der Engländer Sir Francis Galton und der Schwede Charles John Andersson erreichten 1851 die Etosha Pfanne und ebneten weiteren Pionieren und Forschern den Weg. Wirklich interessant wurde Namibia jedoch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als der „Wettlauf um Afrika“ begann, denn die europäischen Kolonialmächte waren auf der Suche nach Ressourcen und strategischen Standorten.

Die deutsche Kolonalisierung begann, als der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz 1882 ein Stück Land an der Küste und die Bucht Angra Pequena von dem Nama Kaptein Josef Frederiks II kaufte, um einen Handelsstützpunkt zu errichten. Er bat Reichskanzler Otto von Bismarck um Schutz seiner Besitztümer, doch erst als 1884 der britische Kolonialminister die britische Verwaltung der Kap-Kolonie anwies, die Küste von Südwestafrika bis zur Grenze des heutigen Angola in Besitz zu nehmen, stellte Bismarck dieses Gebiet unter deutschen Schutz und das heutige Namibia, damals „Deutsch-Südwestafrika“, wurde eine deutsche Kolonie.

 

Schon seit dem späten 18. Jahrhundert hatten die Stämme der Nama und der Herero immer wieder gegeneinander Krieg geführt, um sich fruchtbares Weideland für ihre Rinder zu sichern. Mit der fortschreitenden Besiedelung Deutsch-Südwestafrikas besetzten jedoch immer mehr deutsche Siedler das beste Weideland. Mit der Entdeckung von Diamanten kamen noch mehr Abenteurer aus aller Welt in das afrikanische Land, um dort ihr Glück zu suchen. Die Einheimischen immer weiter vertrieben und ihrer Weidegründe beraubt.

Um 1903 regte sich Widerstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Die Herero unter ihrem Häuptling Samuel Maharero belagerten Militärstationen, blockierten Bahnlinien und überfielen Handelsniederlassungen und Farmer. In den ersten Monaten des Aufstands dominierten die Herero die Auseinandersetzungen mit den deutschen Kolonialtruppen. Doch als im Mai 1904 Generalleutnant Lothar von Trotha das Kommando der deutschen Schutztruppe übernahm, führten die Auseinandersetzungen zu einem Vernichtungskrieg. Die 2.000 Mann starken kaiserlichen Schutztruppen wurden durch 14.000 Soldaten verstärkt, die mit brutaler Härte gegen die Aufständischen vorgingen. Mit der Schlacht am Waterberg erreichte dieser Krieg seinen Höhepunkt. Die Herero unterlagen am 11. August 1904 den deutschen Streitkräften und flohen in die Omaheke Region, die in den Wintermonaten nicht genug Wasserstellen besaß um die große Zahl der Herero zu versorgen. Einige flohen bis in das heutige Botswana, doch tausende Herero verdursteten.

 

Im Oktober 1904 erhoben sich auch die Nama im Süden des Landes. Von der Kriegsführung der Herero lernend, vermieden sie eine offene Schlacht gegen die deutsche Besatzung und begannen einen lang anhaltenden Guerillakrieg, der erst am im März 1908 mit großen Verlusten an Menschenleben für beendet erklärt wurde. Die überlebenden Nama und Herero wurden in verschiedenen Konzentrationslagern interniert, in denen annähernd jeder zweite Insasse starb. Man geht heute davon aus, dass schätzungsweise 60.000 bis 80.000 Menschen in diesen Kriegen ums Leben kamen.

 

Der koloniale Vernichtungskrieg im damaligen Deutsch-Südwestafrika wird heute als Genozid bezeichnet. Seit einigen Jahren gibt es zwischen den Nachkommen der Herero und Nama und der Deutschen Versöhnungsbereitschaft und Verhandlungen um Widergutmachung haben zwischen Vertretern der Bundesregierung und der namibischen Regierung begonnen. Am 15. November 2004 begegneten sich zudem die Nachkommen des Generals von Trotha mit Familienmitgliedern des Maharero Königshauses, um sich im Geiste der Versöhnung die Hand zu reichen und die Wunden der Vergangenheit durch Versöhnung, aber auch durch die Anerkennung der damaligen Gräueltaten, zu heilen.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges änderte sich die koloniale Situation in Südwestafrika. Südafrikanische Unionstruppen marschierten auf Seiten Großbritanniens in Südwestafrika ein, und schon 1915 kapitulierte die deutsche Schutztruppe und unterzeichnete eine Erklärung zur Übergabe des gesamten Schutzgebietes an die Südafrikanische Union. Mit dem Vertrag von Versailles 1919 wurden Deutschland alle Kolonien abgesprochen. Südwestafrika wurde ein Mandatsgebiet des Völkerbundes mit Südafrika als Mandatsmacht und 1946 Treuhandgebiet der UNO. Letzteres akzeptierte Südafrika jedoch nicht und verwaltete Südwestafrika illegal als seine „fünfte Provinz“.

Sowohl nach dem Ersten als auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Deutschsprachige in Namibia nach Deutschland deportiert oder zum großen Teil in Südafrika interniert, selbst diejenigen, die sich als südafrikanisch-britische Staatsangehörige hatten naturalisieren lassen. Lange nach Auflösung der Internierungslager nach dem Zweiten Weltkrieg durfte die Mehrzahl der Männer nicht aus Südafrika nach Südwestafrika zurückkehren und viele ihrer Farmen und Geschäfte wurden verkauft. Für die zurückgebliebenen Frauen und Töchter war dies eine schwere Zeit. Über Nacht mussten Sie die Rolle der Männer übernehmen, ihre Familien ernähren und die Betriebe allein weiterführen. Heute leben knapp 20.000 Deutschsprachige in Namibia.

 

Eine Folge der südafrikanischen Herrschaft war auch die Ausdehnung der rassistischen Apartheidgesetze auf Südwestafrika. So wurden 1968 die sogenannten Homelands für die verschiedenen Volksgruppen in Südwestafrika geschaffen, wie z.B. das Damaraland, Hereroland oder Buschmannland. Schwarze Südwestafrikaner wurden dadurch und durch Gesetze und Ausgangssperren, die ihre Bewegung und Freiheit stark einschränkten, diskriminiert und unterdrückt.

Die starke Einschränkung der individuellen und politischen Freiheit der schwarzen Namibier führten 1960 zur Gründung der SWAPO (South West African People’s Organisation), heute eine politische Partei, die sich gegen die südafrikanische Herrschaft in Südwestafrika auflehnte. 1973 erkannten die Vereinten Nationen die SWAPO als offiziellen Vertreter des namibischen Volkes an.

 

Die PLAN (People’s Liberation Army of Namibia) war der militärische Zweig der SWAPO. Diese begann ihre ersten Angriffe gegen das südafrikanische Militär am 26. August 1966. Später erfolgten Angriffe vor allem von ihren Basen in Sambia und Angola aus. Der Unabhängigkeitskampf forderte Opfer auf beiden Seiten, war oft brutal und führte auch zu einem jahrelangen Bürgerkrieg innerhalb des Landes. Nach einem lang anhaltenden Guerillakrieg und internationalen Verhandlungen über Jahrzehnte wurde Namibia erst am 21. März 1990 als die letzte Kolonie Afrikas unabhängig. Der erste demokratisch gewählte Präsident wurde Sam Nujoma, einem der Gründerväter der SWAPO, und nennt sich seitdem „Republic of Namibia“. Seitdem herrscht in Namibia Frieden und mit seiner relativ stabilen politischen Lage wird dies hoffentlich noch lange so bleiben.

WIRTSCHAFT UND POLITIK

Namibia ist eine Republik, Präsident ist SWAPO-Mitglied Hage Geingob (Stand 2019). Die SWAPO Partei ist seit 1990 die größte politische Partei mit heute mehr als zwei Drittel der Parlamentssitze. Nach der Unabhängigkeit lag der Fokus der Regierung auf Versöhnung zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen, im Sinne von „One Namibia, one Nation“. Anders als in vielen afrikanischen Ländern wurden radikale Reformprogramme und die Verstaatlichung der Industrie nach der Unabhängigkeit nicht eingeführt.

Auf diese Weise blieben Kapital und Wissen im Land und konnten die Wirtschaft stimulieren. Die Schere zwischen arm und reich ist trotzdem relativ groß, da durch den Mangel an guter Bildung und gut bezahlten Arbeitsplätzen Armut und Arbeitslosigkeit in Namibia ein Problem sind. Der größte Teil der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, auf Farmen oder in den kommunalen Gebieten.

Im Norden Namibias findet hauptsächlich Agrarwirtschaft statt, vor allem im sogenannten Maisdreieck. Dort ist der Boden fruchtbar genug, um Hirse, Hülsenfrüchte und Mais anzubauen. Eine andere in fast ganz Namibia verbreitete Form der Landwirtschaft ist die Viehzucht für die Fleischproduktion. Trotz vieler Rückschläge durch Dürren, Krankheiten und Wilderei machen die meisten Farmer weiter, da es oft in den Städten keine Zukunft für sie gibt.

Das namibische Fleisch wird nach Südafrika, Europa und jetzt auch nach China exportiert. Da Rinder und Ziegen von Raubtieren wie Leoparden, Geparden und Löwen bedroht sind, kommt es hier oft zu Konflikten zwischen Mensch und Raubtieren – angefangen bei den Himba im kommunal genutzten Kaokoland bis zu kommerziellen Farmen mit Einzäunung und Überwachungskameras. Dieser Konflikt und die Tötung der Raubtiere durch Farmer gefährden den Naturschutz und mehrere Naturschutzunternehmen wie z.B. die AfriCat Foundation, versuchen, die Farmer dabei zu unterstützen, das Aussterben der Wildkatzen zu verhindern.

Namibia war das erste Land der Welt, das den Umweltschutz in die Verfassung aufgenommen hat. Diese Maßnahme wurde international begrüßt, da es ein rasches Wachstum der Wildtierpopulationen ermöglichte. Wilde Tiere und andere natürliche Ressourcen in den Naturschutzgebieten werden heute von den dort ansässigen Gemeinschaften verwaltet. Anstatt die Tiere als Bedrohung für das Weideland oder als reine Nahrungsquelle zu sehen, werden die Menschen motiviert, die Tiere zu schützen und sie somit nachhaltig für Einnahmen durch den Tourismus zu nutzen.

Durch den kalten Benguela Strom an Namibias Küste ist der Atlantik dort reich an Fischen. Als Walvis Bay 1994 wieder Teil Namibias wurde, erlebte die Fischereiindustrie einen enormen Aufschwung. Heute ist dieser Sektor ebenfalls ein wichtiger Faktor für Namibias Wirtschaft.

 

Den wichtigsten Beitrag zu Namibias Wirtschaftliefert jedoch der Bergbausektor, der bis zu 75% aller Exporte beiträgt. In der Nähe von Swakopmund befindet sich z.B. die weltweit größte Uranmine, und ein großer Teil der Namib Wüste ist noch immer reich an Diamanten. Dieser Teil ist jedoch für die Öffentlichkeit unzugänglich und befindet sich im Besitz der Namdeb Diamond Corporation und der namibischen Regierung.

 

Seit der Unabhängigkeit 1990 hat sich Namibia zu einem beliebten Reiseziel für Touristen aus aller Welt entwickelt, vor allem wegen seiner vielen Nationalparks, seinem Tierreichtum und der stabilen politischen Lage. Die Investitionen der Regierung in die Infrastruktur des Landes machten auch abgelegene Gebiete wie den Fischfluss Canyon im Süden und das karge Kaokoland im Norden für Touristen zugänglich. Im Jahre 2015 gab es in Namibia 1,5 Millionen ausländische Anreisende und der Tourismus trug in dem Jahr 15,4% zum BIP bei.